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Die Texte, die Sie in unserem Archiv finden, wurden in den Vorjahren verfasst, sind also hinsichtlich ihres Erstelldatums nicht mehr brandaktuell. Viele Texte haben aber nichts an Fachaktualität verloren.

Bei einigen Beiträgen werden jedoch zum Beispiel Sorten, Ausprägungen oder Preise genannt, die nicht mehr den heutigen Marktbedingungen entsprechen. Wir bitten Sie, dies besonders dann zu berücksichtigen, wenn Sie die Informationen weiterverwenden möchten.

Große Zugewinne für Wintergerste

  13.07.2006   Versenden | Druckversion


Wintergerste ist durch nichts zu ersetzen
Mit 8,6 % Flächenzuwachs zur Ernte 2006 ist Wintergerste das Getreide mit dem größten Flächenzuwachs. Dazu haben die Erfahrungen aus der Ernte 2005 beigetragen, die sehr günstige Preissituation und natürlich der zunehmende Kostendruck.

 

Denn wer die Arbeiterledigungskosten durch Arbeitsentzerrung wirklich entscheidend senken will, kommt an Wintergerste nicht vorbei. Viele Praxisbeispiele zeigen, dass Fruchtfolgen mit Wintergerste mancherorts zwar geringere Deckungsbeiträge, nach Abzug der Festkosten jedoch höhere Gewinne bringen!


Auch Hybridraps profitiert von Wintergerste
Seit 10 Jahren gibt es Rapshybriden, und ein entscheidender Vorteil ist sicherlich ihre größere Saatzeittole-ranz im Vergleich zu den Liniensorten. Das bedeutet jedoch nicht, das mit der Vorfrucht Weizen derselbe Er-trag zu erreichen ist wie nach Wintergerste. Der Rapsexperte Dr. Wolfgang Sauermann, LK Schleswig-Holstein belegt dies mit aktuellen Versuchsergebnissen (Land und Forst, 18.8.2005):

"Vielfach hat sich Meinung durchgesetzt, dass mit Hybriden nach Raps der gleiche Rapsertrag zu erreichen sei wie beim Anbau von Raps nach Gerste. An der ungünstigen Vorfrucht hat sich aber durch die Verfügbarkeit von Winterrapshybriden nichts geändert. Der Weizen bleibt durch seine längere Vegetationszeit um 3 – 6 Wochen länger auf dem Feld stehen als die Wintergerste. Er hat dadurch auch einen höheren Wasserent-zug. Zwischen Weizenernte und Rapsbestellung fehlt die Zeit für die Strohrotte (...)
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, das Hybriden genauso wie Liniensorten nach der Vorfrucht Weizen und bei späterer Saatzeit niedrigere Erträge bringen als beim Anbau nach Wintergerste und bei normaler Saat-zeit. Die Differenz bildet die Grundlage für den Vorfruchtwert der Gerste für den Raps. Er kann mittlerweile aus mehreren Versuchen berechnet werden."

Im gleichen Beitrag zitiert der Autor langjährige Ergebnisse aus Fruchtfolgeversuchen der Universität Kiel. Danach "brachte der Raps bei gleicher Saatzeit in der Fruchtfolge Raps-Weizen-Weizen rund rund 2,0 dt/ha niedrigere Erträge als als der Raps in der Fruchtfolge Raps – Weizen – Gerste". In Abbildung 1 addiert der Rapsexperte den Gesamtvorteil der Wintergerste in Rapsfruchtfolgen, Mehrerlös plus ersparter Aufwand, auf insgesamt 165 €/ha. Hinzu kommen arbeitswirtschaftliche Vorteile und eine höhere Ertragssicherheit bei Raps.

Neue Sorten am Start
Ein weiterer Grund für das steigende Interesse an Wintergerste ist auch der züchterische Fortschritt. Dieser war bei Wintergerste in den letzten Jahren vergleichsweise hoch und bietet mittlererweile deutlich standfesterere, gesündere und leistungsfähigere Sorten. Als deutscher Markführer in der Gerstenzüchtung hat die SAATEN-UNION hieran auch 2006 einen entscheidenden Anteil:

- Die standfeste Sorte MERLOT und die leistungsfähige Zweizeilersorte FINITA sind fest in der Praxis etabliert und werden sich weiter entwickeln.

- Ein züchterischen Durchbruch ist sicherlich die letztjährige Zulassung LAVERDA! Höchstertrag "9/9" plus Mehltau "1" hat keine andere Sorte zu bieten, schon gar nicht bei dieser frühe Kornfüllung

- Ein entscheidender Schritt gelang auch bei Winterbraugerste mit der neuen Sorte MALWINTA. 10 – 15 dt/ha mehr Ertrag als bei Sommerbraugerste bei nahezu vergleichbarer Qualität sprechen für sich.

Sven Böse
Fachberatung SAATEN-UNION

 


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