Hybridweizen - Spezialität oder Alleskönner? |
Versenden | Druckversion | ||
|
Die lebhafte Diskussion während der SAATEN-UNION-Foren auf den DLG-Feldtagen 2004 bewies, dass die Getreideanbauer auf der Suche nach neuen, modernen Anbauverfahren verstärkt auf Hybridweizen setzen. Hybridweizensorten ergänzen die Liniensorten mancherorts bereits mit 10% der Weizenfläche. Sie sind vitaler, stressstabiler und haben ein leistungsfähigeres Wurzelsystem. Züchtung orientiert sich am Markt Vor allem die Anforderungen an die Resistenzzüchtung seien in der Vergangenheit deutlich gestiegen, so Schachschneider weiter. Besonderes Augenmerk richte der Züchter z.B. auf neue Rassen von Gelbrost, Braunrost, Mehltau oder Blattseptoria. Noch immer bestünde erheblicher Forschungsbedarf in Sachen Viruserkrankungen, Ährenfusarium, Schwarzbeinigkeit oder Blattflecken. Hybriden können Stress verkraften Vorteilhaft erweist sich Hybridweizen auch nach ungünstigen Vorfrüchten sowie bei Kälte und Hitze. Diese Aussagen konnten auch die anwesenden Landwirte bestätigen, die bereits praktische Erfahrungen mit dem Anbau von Hybridweizen gesammelt haben. Gerade in Regionen die in der Vergangenheit verstärkt extreme Trockenphasen durchlaufen hat, finden die Hybridsorten zunehmend neue Anhänger. "Mit dem Anbau von Hybridweizen können wir eine maßgeschneiderte Produktionstechnik umsetzen und die Erträge sind auch unter schwierigen Bedingungen abgesichert," so Nis Lassen, Betriebsleiter auf Gut Granskevitz, Rügen. Er baut seit mehreren Jahren Hybridweizen an und erreicht damit gerade unter Stressbedingungen durch die physiologischen Mehrleistungen regelmäßig Mehrgewinne bis zu 20% - trotz höherer Saatgutkosten! Der höchste wirtschaftliche Mehrertrag lasse sich bei früher Aussaat in Verbindung mit deutlich reduzierter Saatstärke (150 Kö/qm) und intensiver Bestandesführung erzielen, so Lassen. Unter günstigen Boden-, Vorfrucht und Wachstumsbedingungen seien hingegen kaum höhere Gewinne zu erzielen, ergänzte Böse, "die Weizenhybriden müssen dahin, wo andere Sorten schlappmachen." agrarpress |