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Gesunder Weizen für gesunde Schweine

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In Jahren mit starkem Ährenfusarium-Druck wie 1998 und bedingt auch 2000 steigen die Toxin-Werte in gefährdeten Weizensorten zum Teil dramatisch an und schnell gleiten Futterhygiene und -qualität aus der Hand. Dabei ist die Futterverwertung neben anderen Faktoren maßgeblich für die Wirtschaftlichkeit der Schweinemast. Wie die richtige Sortenwahl hilft, das Verwertungsrisiko erheblich zu verringern, diskutierte Saaten-Union-Fachberater Klaus Schulze Kremer mit Landwirt Karl-Heinz Wiesmann aus Unna.

2,79 DM je Mastschwein kostet eine Variation der Futterverwertung um den Faktor 0,1, das ermittelte die LK Kreisstelle in Coesfeld für das Wirtschaftsjahr 1999/2000! Nicht selten kommt es jedoch sogar zu einer Verschlechterung der Futterverwertung um den Faktor 0,3-0,5  -  mit starken negativen Auswirkungen auch auf die Tageszunahme (20 g Tageszunahme bzw. 4 Masttage entsprechen der Variation von 1,36 DM/Mastschwein). Solche Leistungsminderungen in der Schweinemast ausgelöst durch fusariumbelastetes Futtergetreide treten oft bei einer Häufung von Risikofaktoren wie Vorfrucht Mais, nichtwendender Bodenbearbeitung und befallsbegünstigender Witterung auf.

Pfluglos mit 100 ha und 1200 Mastschweinen
Karl Heinz Wiesmann ist sich dieser Problematik bewusst. Seit 1981 bewirtschaftet der Landwirt aus dem westfälischen Selm/Kreis Unna seinen Schweinemast /Ackerbau Betrieb konsequent pfluglos. Die wechselnden sandigen bis tonigen Lehme, teilweise in Hanglage, weisen 40 - 60 Bodenpunkte auf. "100 Hektar Ackerbau und 1200 Schweinemastplätze verlangen aus arbeitswirtschaftlichen Gründen schlagkräftige und kostenreduzierende Betriebsabläufe. Daher habe ich mich zu jeweils 50% CCM und 50% Weizenanbau entschlossen. Wintergerste und Triticale passen nicht so gut zu reduzierter Bodenbearbeitung mit unserer Technik," berichtet Wiesmann.

Karl Heinz Wiesmann hat die Herausforderung dieses Produktionsverfahrens angenommen. In den ersten 3 Jahren ohne Pflug musste Wiesmann einen leichten Ertragsrückgang bei Winterweizen beobachten. "Die termingerechte und gefügeschonende Bodenbearbeitung ist bei Pflugverzicht das A und O. Das muss man erst einmal lernen. Heute haben wir hier einen wunderbaren garen Boden mit sehr hohem Anteil organischer Masse! Verschlämmungen und auch Erosion in unseren Hanglagen kennen wir nicht mehr, die Wasseraufnahme und -kapazität in trockenen Jahren hat sich entscheidend verbessert." 

Hohes Fusariumrisiko nach CCM
Mit einem schwereren Grubber wird das CCM Stroh bis 15 cm in den Boden eingearbeitet. Der Winterweizen wird mit einem Sämavator in das Boden-Maisstroh-Gemisch gedrillt. "Die Gefahr einer Fusariuminfektion des Winterweizen ist bei diesem Säverfahren sehr groß. Viel infizierendes Maisstroh bleibt an der Bodenoberfläche. Daher benötige ich ährenfusarium-resistente Sorten, um die Futteraufnahme der Mastschweine abzusichern". Die Futterration besteht aus 40 % CCM, 40 % Weizen sowie 20 % Sojaschrot/Mineralfutter in der Frischmasse. Bei Bedarf wird über zugekaufte Futtergerste der Rohfaserausgleich in die Ration gebracht. Beim CCM wird kaum noch Spindelmasse mitgeerntet. "Der stark fusariumbelastete Weizen aus der Ernte 1998 war nicht an die Schweine zu verfüttern. Das sollte nicht noch einmal passieren," erklärt Wiesmann entschieden.

Bei einem Beratungsgespräch mit dem Saaten-Union-Fachberater Klaus Schulze Kremer lernte Wiesmann im Herbst 2000 den ährenfusarium-toleranten Winterweizen Vergas kennen. "Wichtig für mich ist auch das gute Bestockungsvermögen von Vergas. Nicht jedes Saatkorn wird mit dem Sämavator optimal abgelegt. Außerdem brauche ich saatzeitvariable Sorten, denn oft muss ich auf günstige Bestellbedingungen nach spätem CCM warten. Mit dem Vergas- Bestand bin ich jetzt sehr zufrieden - ich erwarte eine gute und gesunde Weizenernte." 

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg!




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