Lohnt der Braugerstenanbau 2008? |
01.11.2007 | Versenden | Druckversion | |
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Seit mehreren Jahren weisen Marktberichterstatter auf ein Defizit in der Versorgung mit Qualitätsbraugerste hin. Trotz stetig sinkender Anbauflächen für Sommergerste in den vergangenen Jahren war die Knappheit jedoch nie preisrelevant. Braugerste wie Malz waren stets zu Niedrigstpreisen und zusätzlich guten Qualitätsmerkmalen auf dem Markt erhältlich. Die vorvertragliche Absicherung der Verarbeitungsseite hielt sich bei den niedrigen Preisen in Grenzen, Instrumente der Planungssicherheit und Versorgungssicherung waren gefragt. 2007 stetig steigende Preise Mit weiter sinkenden Anbauflächen für Sommergerste im Frühjahr 2007 und der langen Trockenperiode im Frühjahr bewegen sich die Notierungen für Sommergerste stetig nach oben. Heute werden für Qualitätsbraugerste bereits Erzeugerpreise von über 300,– €/t bezahlt. Landwirte, die Vorverträge abgeschlossen hatten und diese bedienen mussten, haben von den stark gestiegenen Preisen nur wenig profitiert. Preisschwankungen erfordern neue Preismodelle Daher ist es für die Beteiligten der Wertschöpfungskette Braugerste sehr schwer, einen Vorvertragspreis für den Braugerstenanbau 2008 zu nennen, welcher der Landwirtschaft ein klares Signal für das Bekenntnis zur Braugerstenproduktion gibt. Denn auch die Zusicherung eines Erzeugerpreises von beispielsweise 250,– €/t würde bei den Landwirten keine Euphorie zum Abschluss von Vorverträgen auslösen. Im Gegenteil! Der Handel und die Verarbeitungsindustrie werden sich auf ganz neue Marktbedingungen und Preismodelle einstellen müssen. Malz wird an die Brauer nur noch verkauft, wenn die dazu nötige Braugerste bereits beim Mälzer liegt. Oder aber ihm liegt ein verlässliches Lieferangebot zur Deckung des Verkaufes vor. Handelsunternehmen werden mit ihren Partnern in der Landwirtschaft über eine Grundsicherung zum Festpreis verhandeln und zusätzliche Ware marktgerecht nachdecken müssen.
Deckungsbeitrag auf Weizenniveau Mit einem Deckungsbeitrag, der auf einem ähnlichen oder höheren Niveau der Vergleichskulturen wie zum Beispiel Weizen liegt, wird sich der Anbau von Braugerste sicherlich auch in den nächsten Jahren lohnen. Mit der Umsetzung des züchterischen Fortschritts, der über die Sortenempfehlung des Berliner Programms aber auch der einzelnen Landesverbände für den Braugerstenanbau derzeit kommuniziert wird, stehen der Landwirtschaft ideale Voraussetzungen zur Verfügung, um mit Braugerste wieder wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Walter König
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