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Die Texte, die Sie in unserem Archiv finden, wurden in den Vorjahren verfasst, sind also hinsichtlich ihres Erstelldatums nicht mehr brandaktuell. Viele Texte haben aber nichts an Fachaktualität verloren.

Bei einigen Beiträgen werden jedoch zum Beispiel Sorten, Ausprägungen oder Preise genannt, die nicht mehr den heutigen Marktbedingungen entsprechen. Wir bitten Sie, dies besonders dann zu berücksichtigen, wenn Sie die Informationen weiterverwenden möchten.

Braugerste - Brauchen Hochleistungssorten eine bessere Produktionstechnik?

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Die Nachfrage nach leistungsstarken Braugerstensorten, wird auf Grund der immer geringer werdenden finanziellen Spielräume im Pflanzenbau notwendiger denn je. Um das Ertragspotenzial von Hochleistungssorten voll auszunutzen, sollten die pflanzenbaulichen Maßnahmen so aufeinander abgestimmt werden, dass Ertrag und Qualität abgesichert sind. Getreidereiche Fruchtfolgen und ein aus Kostengründen knapp bemessenes Nährstoffangebot können unter ungünstigen Klimabedingungen diesem Anspruch nicht immer gerecht werden.

Standortgerechte Produktion beginnt mit der entsprechenden Sorte. Die Landessortenversuche geben wichtige Hinweise, auf welche Klima- und Standortverhältnisse die Sorten passen. Nur wenige Braugersten stellen sich im Mittel der Jahre unter vielen Standort- und Klimaverhältnissen so leistungsstark und ertragstreu dar wie URSA (Abb.1). In den klimatisch unterschiedlichsten Jahren hat URSA auf den Löß-, Verwitterungs- und Löß/Verwitterungs- Übergangslagen ihre Sonderstellung bewiesen. Zu der enormen Ertragsleistung kommt eine weitere vermarktungssichernde Eigenschaft, die sehr geringe Neigung zu aufgesprungenen Körnern, hinzu. 

Stückkosten und Deckungsbeitrag
Den Preis der Braugerste kann der Landwirt nur gering beeinflussen, wohl aber die Stückkosten. Eine Sorte, die im Durchschnitt 3 - 5 dt/ha mehr bringt, reduziert diese erheblich und sichert somit einen rentablen Braugerstenanbau.
Legt man die Ergebnisse der Landessortenversuche zugrunde, hat URSA einen Mehrerlös von ca. 50€/ha (Abb. 2), Geld, das man allein schon  durch die Entscheidung für URSA generieren kann.

Genetisches Potenzial ausreizen
Nur mit der optimalen Produktionstechnik können Hochleistungssorten auch Bestleistungen bringen.
Die optimalen Bedingungen für die Aussaat - gut abgesetztes, trockenes und durchwurzelbares Saatbett - kennt jeder Landwirt. In den letzten Jahren werden jedoch in der Frühjahrsaussaat immer mehr Arbeitsgänge kombiniert. Ein absätziges Verfahren (Saatbettbearbeitung + Saat) führt bei Braugerste eher zu gleichmäßigen Auflaufbedingungen, da der Oberboden besser abtrocknet und sich die Gerste dann in ein krümeliges Saatbett sicherer platzieren lässt. Die Aussaatstärke ist von den Standortbedingungen und Aussaatzeiten abhängig, und lässt sich aus Tab. 1 ablesen.

Offene Fragen bei der Düngung
Reichen die Düngungswerte für den Entzug aus? Hat die Braugerste in Extremsituationen (Kälte, Trockenheit, Nässe) genügend Nährstoffe zur Verfügung? Reichen in ertragsstarken Jahren die gegebenen Nährstoffe für Ertrag und Qualität? Diese Fragen sollte man sich stets aufs Neue stellen. Sommerbraugerste hat von allen Getreidearten das schlechteste Wurzelaneignungsvermögen und reagiert auf Nährstoffknappheit mit Ertrags- und noch extremer als andere Getreidearten mit Qualitätsverschlechterung.

Die benötigten Nährstoffmengen sind aus Tab. 2 zu berechnen. In ungünstigen klimatischen Regionen sollte man ab der Versorgungsstufe C mindestens Entzug Korn + Stroh zur Düngung ansetzen.
Der Stickstoffbedarf wird also individuell schlagspezifisch berechnet. Auch hier sind ertragsstarke Sorten im Vorteil, denn durch höhere Erträge erreicht man einen RP-Verdünnungseffekt, der die Vermarktungschancen sichert. Eine ausreichende Phosphat-Versorgung trägt bei Braugerste zur Steigerung des TKG, des Hektolitergewichtes und zu einer guten Einkörnung bei. Zudem verbessern sich Extraktgehalt und Eiweißlösungsgrad. 

Kalium steht mengenmäßig bei der Nährstoffversorgung an erster Stelle. Es steuert wichtige Stoffwechselvorgänge in der Pflanze und sichert die Qualität. Eine gute Kaliversorgung sorgt u.a. für eine feine Spelze und reduziert Spelzenanteil und Kornverletzungen bzw. Anomalien (besser geschlossene feine Spelzen).

Bei der Mikronährstoffversorgung sollte vor allem Mangan in der Jugendphase im Auge behalten werden, da dieser Nährstoff besonders bei der Nitratreduktase in der Enzymsteuerung aktiv wird. So ist es nicht überraschend, dass Mn-Mangel bei Braugerste oft höhere Rohprotein-Gehalte nach sich zieht.

Hans Koch,
Saaten-Union Fachberatung Sachsen




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