Zweizeiler: Im Süden weiter 1. Wahl? |
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In den letzten Jahren kommen im Süden immer wieder mehrzeilige Wintergersten ins Gespräch, zum einen durch die höheren Erträge in den Landessortenversuchen, zum anderen, weil die Auswahl gelbmosaikvirusresistenter Sorten bei den Mehrzeilern größer ist. Die Vorteile im Kornertrag und bei der Virusresistenz müssen in aller Regel durch schlechtere Stroheigenschaften und eine schwächere Kornausbildung "erkauft" werden. Dr. Claus Einfeldt, Saatzucht Ackermann, erläutert anhand der produktionstechnischen Versuche der Saaten-Union, was unter "praxisnahen" Bedingungen wirklich an Mehrzeilern dran ist und wie große Ackerbaubetriebe im Süden zu mehrzeiligen Wintergersten stehen. In den Jahren 2000 bis 2002 wurden in der Saaten-Union an der Versuchsstation Moosburg (Bayern, 2000-2002) und der Zuchtsstation Gudow (Schleswig-Holstein 2001-2002) produktionstechnische Versuche mit den Sorten CARRERO (zweizeilig), Carola und Candesse (mehrzeilig) durchgeführt. Im hier betrachteten Ertragsvergleich wurden die Sorten in allen Jahren mit doppeltem Fungizideinsatz gefahren, um den Einfluss unterschiedlicher Resistenzeigenschaften weitgehend auszuschließen. Fruchtarttypisch wurde die N-Düngung angepasst, mit einer ca. 10-20 kg höheren N-Düngung der Mehrzeiler in der Schoßphase. Dies entsprach der generell höheren Ertragserwartung und dem in dieser Phase höheren N-Bedarf der Mehrzeiler. Zweizeiler mit 125 € mehr vom ha Die Vorteile der Zweizeiler im Süden werden durch Praxiserfahrungen aus dem landwirtschaftlichen Betrieb der Saatzucht Ackermann bestätigt: Hier werden seit 6 Jahren zwei- und mehrzeilige Sorten vermehrt und miteinander verglichen. Noch in keinem Jahr konnte eine Ertragsüberlegenheit der mehrzeiligen Sorten beobachtet werden. Dabei ist die Bestandesentwicklung vor Winter von entscheidender Bedeutung und sollte durch eine N-Gabe im Herbst von ca. 25-30 kg N/ha entsprechend gefördert werden. Die meist optisch schöneren Bestände der mehrzeiligen Sorten hielten auf Grund der schnellen Abreife nicht bis zur Ernte durch. Dadurch litt besonders die Kornausbildung und somit auch der Ertrag. Dr. Claus Einfeldt, Saatzucht Ackermann |