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Hybridroggen - Wenn Züchterträume wahr werden....

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Nach der Hochleistungssorte ASKARI im letzten Jahr sind in diesem Frühjahr mit RASANT, FUGATO und FESTUS gleich drei neue Hybridroggen für die SAATEN-UNION zugelassen worden. Jede der Sorten glänzt mit einer ihr eigenen her-ausragenden Merkmalskombinationen, allen gemeinsam ist eine hohe Ertragsstabilität. In drei Jahren Wertprüfung mit sehr unterschiedlichen Jahreseffekten, konnten die Sorten überzeugen. 

Stressstandorte favorisiert
Warum gleich drei Zulassungen auf einem "Schlag"? Die neuen Hybridroggen sind das Ergebnis eines vor mehr als 12 Jahren genetisch breit angelegten Zuchtprogramms. Zuchtmaterial mit hohem Ertragspotenzial wurde kombiniert mit Resistenz-eigenschaften und Standfestigkeit. Eigentlich eine ganz normale Züchtungsstrategie. Das Besondere aber war, dass bei der Selektion Stressstandorte (biotischer und abiotischer Stress) favorisiert wurden, die eine Differenzierung für die unterschiedlichen "Typen" ermöglichten. Die züchterische Leistung besteht damit in der Realisierung von Sortenvisionen und in der konsequenten Nutzung der Vorteile der Hybridzüchtung.
In der Hybridzüchtung werden Saatelter- und Pollenelter-komponenten miteinander kombiniert. Dabei können deren Eigenschaften sehr unterschiedlich sein. So ist z.B. in der Sorte FESTUS der Pollenelter extrem kurz und standfest, während die Saatelterkomponenten in diesen Merkmalen nur durchschnittliche Leistungen erbringen. In der Kombination weisen die Nachkommen (F1-Hybriden) einen Merkmalswert auf, der im Mittel der beiden elterlichen Komponenten liegt. Mit Kenntnis des Erbgangs der einzelnen Merkmale in den einzelnen Komponenten, können die Leistungen von Hybriden "wunschgemäß" kombiniert werden.

Seltene Merkmalskombinationen gezielt selektiert
Natürlich gibt es keine perfekten Sorten, aber es gibt seltene und wertvolle Merkmalskombinationen. So ist z.B. die Merkmalskombination "geringe Strohlänge" mit "Braunrostresistenz" und "Standfestigkeit" bei hoher Ertragsleistung bisher im Roggensortiment nicht vertreten. Jetzt heißt diese Kombination FESTUS. Im normalem Zuchtprogramm werden diese kurzen Typen von den "normal langen" immer überwachsen. Daher bedarf es einer besonderen Aufmerksamkeit, diese zu selektieren. 
Das Fahnenblatt lange gesund zu halten bedeutet Resistenz gegenüber Braunrost und Rhynchosporium. Wenn diese bessere Assimilationsleistung auch noch in höheren Ertrag umgesetzt werden kann, so ist man bei der Hybride FUGATO. 
Der Star des Trios aber ist unbestritten RASANT. Die enorme Ertragsleistung wurde zusätzlich über die Selektion auf ein sehr hohes TKG erzielt. Die etwas grobe Ähre und der etwas unruhige Bestand, charakteristisch für den Einzelpflanzentyp, sind sicher nicht roggentypisch. Dafür fällt die Ernte umso besser aus.

Und die Qualität?
In der Qualität unterscheiden sich die 3 neuen Hybriden nicht wesentlich. Die Backqualität ist durchschnittlich gut und die Fallzahl bewegt sich im mittleren Bereich. Der hohe Stärkegehalt bei RASANT favorisiert sicher diese Sorte im Non-Food- Bereich.
Ein anderer Faktor sollte ebenso angesprochen werden, das ist der Befall mit Mutterkorn. Eine durchgreifende Mutterkornresistenz gibt es bisher nicht. Die Züchtung selektiert daher auf hohe Pollenproduktion. Damit wird eine schnelle und sichere Befruchtung auch bei schlechter Witterung gewährleistet und der Mutterkornbefall eingedämmt. Die ertragreichste Neuzulassung des letzten Jahres, der Qualitäts-Brotroggen ASKARI, zeigt hier einen nennenswerten Zuchterfolg. Trotz dieser unbestritten hohen züchterischen Leistung werden wir nicht auf die Zumischung von Populationsroggen in das Hybridsaatgut verzichten wollen. Zusätzlich kann aber auch jeder Roggenanbauer selber etwas gegen den Befall mit Mutterkorn tun. Aus einer Umfrage bei engagierten Roggenanbauern aus ganz Deutschland wissen wir, dass das meiste Mutterkorn auf den Nachschossern (in den Fahrgassen) produziert wird!! Daher sind alle agrotechnischen Maßnahmen zu ergreifen, um Nachschosser zu vermeiden. Das heißt, die Fahrgassen müssen so breit sein, dass die Schlepperreifen bei den Pflegemaßnahmen die Pflanzen nicht verletzen. Geschlossene, gut geführte Bestände blühen gleichmäßig und schnell ab. Damit wird das Risiko der Mutterkorninfektion vermindert.

Dr. Heinrich Wortmann, HYBRO Saatzucht GmbH & Co. KG,
Station Langenbrücken

 


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