Hinweis
Die Texte, die Sie in unserem Archiv finden, wurden in den Vorjahren verfasst, sind also hinsichtlich ihres Erstelldatums nicht mehr brandaktuell. Viele Texte haben aber nichts an Fachaktualität verloren.

Bei einigen Beiträgen werden jedoch zum Beispiel Sorten, Ausprägungen oder Preise genannt, die nicht mehr den heutigen Marktbedingungen entsprechen. Wir bitten Sie, dies besonders dann zu berücksichtigen, wenn Sie die Informationen weiterverwenden möchten.

Gibt es Sortenunterschiede in der Methanausbeute?

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Die Sorten unterscheiden sich erheblich im Trockenmasseertrag und damit auch im Methanertrag je Hektar. Sortenunterschiede in der spezifische Methanausbeute je kg TM sind demgegenüber untergeordnet! Der Grund: Zu Beginn der Siloreife unterscheiden sich innerhalb einer Fruchtart die Sorten kaum im Aschegehalt  sowie im Verhältnis von Fett-, Protein und Kohlenhydraten.

 

Dies gilt jedoch nur bei statischer Betrachtung, also bei isolierten Vergasungstests über mehrere Wochen. Der praktische Betrieb einer Biogasanlage ist hingegen ein höchst dynamischer und komplexer Prozess, die Abbaugeschwindigkeit der verschiedenen Kohlenhydratfraktionen kann hier eine gewichtige Rolle für den störungsfreien Betrieb einer Anlage spielen. Insofern ist sehr wohl von Interesse, ob etwa eine Maissorte die Sonnenenergie vorwiegend als Zellulose speichert oder statt dessen frühzeitig Stärke einlagert. Drei Gründe sprechen für die Beachtung des Stärkegehalts auch beim Biogasmais:

  1. Stärke wird während der Hydrolyse – dem ersten enzymatischen Abbauschritt - rascher in Ein-fachzucker gespalten als Zellulose. Noch schneller als Bakteriennahrung verfügbar ist die während der Silierung aus Zuckerstoffen gebildete Milchsäure.
  2. Zu beachten ist ferner, dass eine gesunde, ver-holzte Restpflanze zur Teigreife lediglich TS- Werte von 20 – 22 % aufweist. Erst der Kolben mit über 45 % TS bringt ausreichend hohe TS-Werte der Gesamtpflanze  ab 28 %.
  3. Nicht zu verachten ist auch der wesentlich ge-ringere Transport- und Lagerungsbedarf der tro-ckeneren und dichterstrukturierten Kornfraktion. Nur bei größeren Transportentfernungen rechnet es sich allerdings, auf großer Teile raumfüllender Pflanzenteile zu verzichten (LKS, CCM, Feuchtkornsilagen). 

Bei Mindeststärkegehalten von ca. 25 % und mehr verdient das Abreifeverhalten der Restpflanze Beachtung: Je später und langsamer die Restpflanze lignifiziert, umso weiter darf das Korn ausreifen,  ohne dass störende Schwimmschichten zu befürchten sind. Zudem steigt die Erntezeitflexibilität. Während rasch verholzende Dry Down – Sorten innerhalb von zwei Wochen den Reifebereich 28 – 35 % durchlaufen, lassen sich Stay Green – Sorten hierfür bis zu vier Wochen Zeit . Besonders wichtig ist eine hohe Ernteflexibilität auf trockeneren Standorten, wo die Maispflanze von Natur aus rascher altert, sowie bei den physiologisch späteren Ernteterminen von CCM und LKS.

 Maissorten für Biogas Getreide-GPS für Biogas
Für die Biomasseproduktion sind klimatisch adaptierte, anbausichere Maissorten genauso wichtig wie bei den anderen Nutzungsformen. Die Saaten-Union achtet bei ihrer Sortenempfehlung für Biogas auf eine sichere Siloreife, hohe Trockenmasseleistungen aus Kolben und Restpflanze sowie einen leichten Abbau der Gerüstsubstanzen.
Um das höhere Ertragspotential späterer Sorten zu nut-zen, dürfen die Sorten eine Woche bzw. 20 – 30 Reife-einheiten später sein. Auf  kühleren Standorten empfiehlt die Saaten-Union, standortübliche Reifezahlen zu wählen und dafür die Bestandesdichte um ca. 15 % zu erhöhen. Höhere Bestandesdichten sind auch möglich auf günstigeren Standorten mit erfahrungsgemäß wenig Trockenstress (Abb.4).
Hier einige Schwerpunktsorten zur kommenden Aussaat. Weitere Empfehlungen und Sortenbeschreibungen gibt es bei Ihrem SU-Sortenberater oder unter
www.saaten-union.de
Als erste Orientierung für die Ertragsleistung einer Getreidesorte für Ganzpflanzensilagen dient der Kornertrag in Verbindung mit der Wüchsigkeit der Restpflanze, die sich aus der Wuchshöhe und Bestandesdichte ableiten lässt.
Weil zwischen Milch- und Teigreife noch ein beträchtlicher TM-Zuwachs stattfindet, achtet die Saaten-Union bei der Sortenempfehlung auch hier auf gesunde, spät lignifizierende Sorten.
Bei der Produktionstechnik sollte auf rechtzeitige Saattermine bzw. ausreichende  Saattermine geachtet werden, alle Düngungs- und PS-Maßnahmen sollten bis spätestens EC 39 abgeschlossen sein.

Grenzlagen, Zweitfruchtnutzung:
APOSTROF   S 200
Sehr gute Ertragsleistung in Relation zur Reife. Geeignet für Spätsaaten bis Juni als Nachfrucht in Zweinutzungs-systemen. 9 – 11 Pfl./m²

TS-reichere Silage, LKS, CCM
AVENTURA S 240
Leistungsfähigste Sorte aller 97 eingetragenen mittelfrü-hen Maissorten, sehr stresstolerant und dichtsaatverträglich. Dank mittelfrüher, sehr stabiler Kolbenausbildung auch geeignet als LKS- und CCM-Mais.

Mittlere bis besseren Lagen
ATFIELDS S 260
Dreijährig und bundesweit ertragsstärkste mittelspäte Sorte in den Landessortenversuche Silo- und Körnermais. Hochinteressante mittelspäte Mehrnutzungssorte.

ATENDO S 270
Auffallend massenwüchsige und ansprechende, großkol-bige Sorte mit sehr zügigem Zellwandabbau. Sehr hohe Erträge an organischer Trockensubstanz

Grünroggen (Ernte Anfang Mai)
PROTECTOR
Grünschnittroggen mit starkem Massenwuchs und fünf Tagen früherer Ernte für eine rechtzeitige Maisaussaat

Wintergerste (Mitte Juni)
MERLOT
Mittellange, sehr standfeste und strahlungstolerante Mehrzeilersorte mit hohen Massenerträgen

Winterroggen (Ernte Anfang Juli )
FUGATO
Mittellange, hoch ertragreiche Roggenhybride

MATADOR
Für sehr trockene, ertragsschwache Standorte

Wintertriticale (Ernte Mitte Juli)
TRITIKON
Früher Erntetermin, sehr spätsaatverträglich

VERSUS
Sehr massenwüchsig, mittellang und standfest

   

 

Biogas_graf4
Abb.4: Maissorten für Biogas


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