Auf den meisten Standorten liefert Getreide-Ganzpflanzensilage nach Mais das sicherste und wirtschaftlichste Futter für die Methanbakterien. Die Gründe: - Wintergetreide ist auf den meisten Standorten die anbausicherste Frucht. Die Erträge erreichen nicht die des Mais, allerdings sind die Produktionskosten deutlich geringer.
- Zum optimalen Erntetermin ist die Methanausbeute genauso hoch wie bei Silomais.
- Der Humushaushalt wird geringer belastet als bei spätschließenden Reihenkulturen.
- Die zeitversetzte Entwicklung gegenüber Mais ermöglicht eine bessere Arbeitsverteilung.
- Die frühe Ernte im Juni und Juli ermöglicht einen Zweitfruchtanbau, die rechtzeitige Bestellung des Rapses oder aber eine Schwarzbrache etwa zur Schnecken- oder Nematodenbekämpfung.
- Noch im Juni kann unter Berücksichtigung der Entwicklung der Maisbestände und der Getreidepreise entschieden werden, ob der Aufwuchs alternativ als Körnerfrucht genutzt wird.
Die leistungsfähigste Getreideart eines Standortes ist in der Regel auch die beste für die Ganzpflanzen-Silierung, zusätzlich ist eine kräftige vegetative Entwicklung vorteilhaft.
WINTERGERSTE
Wird insbesondere in Süddeutschland favorisiert. Da sie schon im Juni das Feld räumt, bleibt mehr Vegetationszeit für die nachfolgende Zuckerhirse. Sorten: In der Summe von Kornertrag und Massenwachstum ist die längerstrohige, mittel-späte Sorte MERLOT hier am interessantesten, in den Zweizeilerregionen die Sorte FINITA.
HYBRIDROGGEN
Bis zu einer Bodengüte von 50-60 Bodenpunkten bzw. ca. 80 dt/ha Weizenertrag ist Hybridroggen das produktivste Getreide. Dies gilt vor allem für die rauen und trockenen Lagen. Zum GPS-Termin ab Ende der Milchreife bringen die Sorten mit dem höchsten Kornertrag auch die höchsten Biomasseerträge. Das macht die Sortenwahl einfach.
Sorten: Die mehrjährig leistungsfähigste Hybridroggensorte mit herausragender Leistungsstabilität und sehr großem Anpassungsvermögen ist die Sorte RASANT. Ähnliches gilt für die etwas kürzerstrohige Sorte AMATO. Auf ausgesprochenen Trockenlagen ist die längerstrohige, sehr gesunde Sorte FUGATO interessant. Als Winterzwischenfrucht vor der Hauptfrucht Mais empfiehlt sich PROTECTOR – der frohwüchsigste Grünroggen.
TRITICALE
Triticale ist trockentoleranter als Weizen und spätsaattoleranter als Roggen. Gerade nach späten Saatterminen – etwa nach Mais – ist er eine hochwirtschaftliche Alternative. Sorten: Sehr hohe Kornerträge mit einer kräftigen Restpflanzenentwicklung kombinieren die mittellangen Sorten KORPUS und HORTENSO.
WINTERWEIZEN
Wo auf sehr ertragsstarken Standorten keine Zweitfrucht geplant ist, überzeugt Winterweizen-GPS als hochertragreiche Alternative. Obgleich im Erntetermin vergleichbar mit intensiv geführtem Roggen, erfolgt die Umlagerung ins Korn doch langsamer. Der Erntetermin liegt damit ca. zwei Wochen später – bei größerer Ernteflexibilität. Sorten: Sehr hohe Kornerträge in Verbindung mit einer sehr kräftigen vegetativen Entwicklung kombinieren die Sorten MULAN und EPHOROS.
PRODUKTIONSTECHNIK
Das Produktionsziel für Ganzpflanzensilage ist, möglichst hohe Kornerträge mit einem massenbetonteren Sortentyp und zügigem Bestandesaufbau zu erreichen. GPS-Bestände mit sehr hoher Ertragserwartung erfordern und lohnen deshalb eine intensive Bestandesführung, die sich bis EC 39/49 nicht von der Körnerproduktion unterscheidet. Das fängt an mit bestem Saatgut und der Läusekontrolle und reicht bis zum rechtzeitigen Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz. Die Saatstärke ist bei rechtzeitiger Aussaat nach unseren Erfahrungen aus zweijährigen Versuchen nicht zu erhöhen. Spätsaaten, die vor Winter nicht sicher die Hauptbestockung erreichen, sollten allerdings bis zu 20 Prozent dichter gesät werden, auch kann mit einer Stickstoffgabe bis 30 kg N/ha die Herbstentwicklung beschleunigt werden.
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