Welche Leguminosenart wählen? |
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Für den Anbau in Deutschland stehen insgesamt 6 Körnerleguminosenarten zur Verfügung: Sojabohnen, Ackerbohnen, Erbsen, Weiße, Blaue und Gelbe Lupinen. Die größte Anbaubedeutung erreichen derzeit Erbsen und Blaue Lupinen. Letztere sind vor allem auf Sandböden mit niedrigen pH-Werten ein unverzichtbarer Bestandteil der Fruchtfolgen. Sowohl Erbsen als auch Blaue Lupinen sind wegen ihrer frühen Reife gut geeignet für Gebiete mit kurzer Vegetationszeit. Körnerleguminosen sind vor allem Eiweißlieferanten für die Tierernährung. Dabei gibt es aber grundsätzliche Unterschiede zwischen Erbsen und Ackerbohnen einerseits und den Lupinenarten auf der anderen Seite. Während Erbsen und Ackerbohnen über 40 bis 45 % Stärke im Korn enthalten und nur 20 bis 25 % Eiweiß, sind Lupinen mit 34 bis 45 % Eiweiß im Korn wirkliche "Proteinpflanzen". Dies ist bei der Rationsgestaltung für die Nutztiere zu beachten. Körnerleguminosen können - je nach Tierart - mit einem Anteil von rund 15 bis 25 % in der Ration verfüttert werden, bei Wiederkäuern auch als alleinige Eiweißquelle. Besonders Weiße und Blaue Lupinen werden zunehmend im Bereich der menschlichen Ernährung verwendet, so beispielsweise als Mehle, die für bei der Herstellung von Backprodukten und Teigwaren eingesetzt werden, als Fertiggerichte, Lupinen-Tofu oder Lupinenkaffee. Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit der Körnerleguminosen ist vor allem der Vorfruchtwert zu berücksichtigen, der bis zu 180 Euro betragen kann. Dieser Wert, der oft fälschlicherweise dem nachfolgenden Getreide gutgeschrieben wird, muß dem Deckungsbeitrag der Körnerleguminosen zugerechnet werden. Der Einsatz der Körnerleguminosen in hofeigenen Futtermischungen verbessert meistens die Wirtschaftlichkeit zusätzlich. Dies hängt aber von den Preisen der durch die Leguminosen verdrängten Futterkomponenten Getreide und Sojaextraktionsschrot ab. Der Preis für die innerbetriebliche Verwertung wird über den Futtervergleichswert ermittelt. Beim Anbau von Körnerleguminosen sollte grundsätzlich zertifiziertes Saatgut verwendet werden. Es garantiert eine gute Keimfähigkeit, Freiheit von Unkrautsamen, eine Mindest-Gesundheit und - bei Lupinen - die Bitterstoffarmut der verwendeten Ware. Außer in Ökobetrieben sollte grundsätzlich gebeiztes Saatgut zur Aussaat kommen. Es garantiert bei Lupinen einen vollen Ertrag - selbst wenn ein leichter Befall mit Anthracnose auftreten sollte - und auch bei Erbsen wurden Mehrerlöse erzielt, die nach Abzug der Beizkosten im Mittel von 4 Orten und 2 Jahren bei 25 Euro/ha lagen. Die Palette der verfügbaren Pflanzenschutzmittel ist nach Inkrafttreten des neuen Pflanzenschutzgesetzes zwar kleiner geworden, derzeit sind aber für alle Bereiche (Herbizide, Fungizide, Insektizide, Sikkation) Präparate zugelassen, einige davon allerdings nur für die Saatgutproduktion. Als Fazit bleibt für die Körnerleguminosen festzuhalten:
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Dr. Peter Römer, Südwestsaat GbR
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