Hinweis
Die Texte, die Sie in unserem Archiv finden, wurden in den Vorjahren verfasst, sind also hinsichtlich ihres Erstelldatums nicht mehr brandaktuell. Viele Texte haben aber nichts an Fachaktualität verloren.

Bei einigen Beiträgen werden jedoch zum Beispiel Sorten, Ausprägungen oder Preise genannt, die nicht mehr den heutigen Marktbedingungen entsprechen. Wir bitten Sie, dies besonders dann zu berücksichtigen, wenn Sie die Informationen weiterverwenden möchten.

Weg von der Gleichmacherei!

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Die KNV-Mais-Bewertung orientiert sich schon in der Sortenentwicklung an den Bedürfnissen des „Endverbrauchers“. Gerade hier tun sich Spielräume auf, bei denen die Wirtschaftlichkeit des Maisanbaus noch verbessert werden kann. Endverbraucher ist in diesem Fall nicht der Maisanbauer, sondern die verarbeitende Industrie.

Körnermais fließt in die verschiedensten Absatzkanäle. Neben der Verarbeitung zu Kraftfutter steigen die Anteile für die Stärke und Griesindustrie sowie für Spezialmärkte. Die Verwertungsrichtung bei Körnermais wird in hohem Maße von der Sorte bestimmt. Darüber wurde in früheren Ausgaben von praxisnah ausführlich berichtet.

Reifestaffelung mindert Risiken
Der Landwirt muss sich also bereits vor der Aussaat im klaren sein, wohin er seinen Aufwuchs vermarkten möchte. Klimatische Standortvorteile für die Produktion von Qualitätskörnermais müssen noch stärker genutzt werden. In Zeiten angespannter Märkte mit schwachen Erzeugerpreisen machen sich Qualitätszuschläge besonders bezahlt. Um das Anbaurisiko gegenüber Schwankungen bei der Witterung zu mindern, empfiehlt es sich besonders bei größeren Maisflächen, eine Reifestaffelung im Sortiment vorzunehmen. Die zeitliche Entzerrung der Ernteperiode wird von manchem Erfasser mit Früh- und Spätdruschprämien honoriert.

Manchmal lohnt auch Dichtsaat
Der Bemessung der richtigen Saatstärke wird immer noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Oft wird das Sägerät einmal eingestellt und dann unabhängig von Saatzeit und Standortbedingungen die gleiche Menge ausgedrillt. Je nach Betriebssituation werden durch zu hohe oder zu niedrige Saatstärken Reserven verschenkt.Welche Größen bei der Bestimmung der optimalen Bestandesdichte eine Rolle spielen ist in Tab. 1 dargestellt. Darüber hinaus ist der Sorteneinfluss nicht zu unterschätzen.

Leider werden in den offiziellen Sortenprüfungen in Deutschland alle Sorten auf die gleiche Pflanzenzahl eingestellt und vereinzelt. In Frankreich z.B. stehen die Sorten nach Züchterangaben mit verschiedenen Pflanzenzahlen in den Versuchsparzellen. Um das Sortenverhalten bei unterschiedlichen Bestandesdichten zu testen, führt die SAATEN-UNION seit Jahren produktionstechnische Versuche durch.

In Abb. 1 sind zweijährige Versuche des Standortes Scherzheim in der Rheinebene dargestellt. Die Witterungsbedingungen in den Vegetationsjahren 2003 und 2004 führten zu einem um 45 dt/ha höheren Kornertrag im Jahr 2004. Erstaunlicherweise ist die Sortenreaktion auf die Bestandesdichte in beiden Jahren ähnlich.

Während ANJOU 219 (K 220) nur leicht positiv und ATFIELDS (K 270) eher negativ reagierte, erzielte die Sorte ASTOR (ca. K 250) mit 11 Pflanzen/m2 gegenüber 9 Pflanzen/m2 in beiden Jahren deutliche Mehrerträge. Auf diesem klimatisch günstigen Standort hatte die Anzahl der Pflanzen auf die Erntefeuchte keinen Einfluss. Auch nach Abzug der höheren Saatgutkosten verbleibt bei ASTOR ein hoch wirtschaftlicher Mehrertrag.

Wie generell im Markfruchtbau geht es auch beim professionellen Körnermaisanbau darum, finanzielle Spielräume im Anbau und der Vermarktung aufzuspüren und umzusetzen. Die wichtigste Entscheidung dabei trifft der Maisanbauer mit der Sortenwahl. Die KNV-Bewertung der SAATEN-UNION hilft dem Landwirt bei der Entscheidungsfindung.    

Martin Munz, SAATEN-UNION Fachberatung, Baden-Württemberg

Mais in die Mühle?
In der Trockenmüllerei wird der glasige Teil des Mehlkörpers zu Produkten verarbeitet, die fast ausschließlich für die menschliche Ernährung Verwendung finden: Cornflakes, Polenta, Bier, Kekse oder Snacks. Hierfür werden ca. 2,5 Millionen Tonnen Körnermais benötigt, das entspricht in etwa 8 % der gesamten europäischen Körnermaisernte. Mehr über die Verwertung von Mais in der Trockenmüllerei lesen Sie im Beitrag "Züchter prüfen für die Industrie ".

Zu den Abb. rechts: Zwar werden mit zunehmender Bestandesdichte die Einzelkolben kleiner, doch letztendlich entscheidet die Waage!

 


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