Braugerstenzüchtung - Schritt für Schritt voran |
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Die Züchtung von ertragreichen, gesunden und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln ist seit Jahrtausenden eine wichtige Grundlage der menschlichen Ernährung und hat somit entscheidend zur Entwicklung der menschlichen Kultur beigetragen. Der Braugerste kommt dabei, als ein Rohstoff des Bieres, eine besondere Stellung in der weltweiten Nahrungsmittelproduktion zu. Die klassischen Zuchtziele Ertrag, Qualität und Resistenz sind auch bei der Braugerste nach wie vor aktuell. Mit den gestiegenen Anforderungen des nationalen und internationalen Marktes sowie den neuen Möglichkeiten in der Züchtung haben sich die Ziele innerhalb dieser Merkmalsgruppen teilweise geändert. Der Weg bis zur Zulassung einer neuen Sorte ist jedoch nach wie vor lange und teilweise beschwerlich. 10 Jahre früher Weichen stellen Stabil in jeder Umwelt Um der internationalen Bedeutung von Braugerste gerecht zu werden, wird die reine Ertragszüchtung in den Zuchtprogrammen von Ackermann/Nordsaat durch die Auslese auf eine ausgedehnte ökologische Streubreite ergänzt. Im Weltmalzmarkt werden Sorten nachgefragt, die aus möglichst vielen Regionen angeboten werden und die dann auch eine gleichbleibende Qualität haben sollen. Erreicht wird diese breite Anpassungsfähigkeit indem schon sehr junges Zuchtmaterial über Europa verteilt (Nordfrankreich, Schottland, Nord-, Ost- und Süddeutschland) geprüft wird. Danach folgt eine intensive Ertragsprüfung an 10-12 Orten in Mitteleuropa und auch bei Partnern in Nord-, Süd- und Osteuropa sowie in Südamerika. Verarbeiter fordern einheitlich hohe Qualität In der Qualitätszüchtung konnten in den letzten Jahren viele Zuchtziele verwirklicht werden, vor allem im Hinblick auf die Extraktausbeuten und die Endvergärungsgrade. Mittlerweile gibt es auch Sorten mit sehr ausgewogenem Qualitätsprofil, jedoch ist das Ende des Fortschrittes noch nicht erreicht. Auch bei der Qualität ist eine große Anpassungsfähigkeit an verschiedene Umweltbedingungen nötig. Mit "Umwelt" ist hier nicht nur der Acker gemeint. Ebenso wichtig sind die Reaktionen einer Sorte auf verschiedene Malz- und Brauverfahren. So lässt sich beispielsweise durch eine verkürzte Mälzungsdauer Energie und Wasser einsparen. Die Grundlage der Qualitätszüchtung bei Ackermann/Nordsaat bildet das eigene Qualitätslabor, in dem die Zuchtstämme aus den verschiedenen Anbauorten in Europa analysiert werden. Breite genetische Basis für Resistenzen Dr. Lissy Kuntze (Nordsaat Saatzucht GmbH) und Dr. Claus Einfeldt (Saatzucht Ackermann) |