Ab 2005 gehört auch die Futterrübe zu den prämienberechtigten Früchten. Das macht sie wieder interessanter - für die Milchviehfütterung ebenso wie für die Biogasgewinnung. Praxisnah berichtet in dieser und der nächsten Ausgabe über erfolgreiche Beispiele aus der Praxis. Die Energie, die in der Rübe steckt, nutzt Landwirt Michael Hager aus Berg-Weiler in seinem Milchviehbetrieb schon seit Jahren - in Form einer Futterrüben/ Mais-Mischsilage. Dass er damit erfolgreich ist, beweisen seine Leistungsdaten: Als einziger Betrieb in Baden-Württemberg hat Hager nun schon seit 4 Jahren einen Holstein-Herdendurchschnitt von über 11.000 l - und das bei ausgezeichneten Fett- und Proteinwerten. Eine solche Leistung bringen nur energetisch optimal versorgte Tiere, die nicht fett sind - und das gelingt Michael Hager mit Hilfe der Rübe. Auf lange Leistung setzen Auf 14 ha Mais werden auf dem Betrieb 1,2 ha Futterrüben mitsiliert, dazu kommen 4 ha CCM, die ebenfalls in die Silage gehen. Insgesamt ergibt das 11.000 m3 Silage - für Hagers knapp 50 Kühe ist das eine ganze Menge. Der süße Saft der Rüben macht den Mais enorm schmackhaft, was die Grundfutteraufnahme deutlich steigert. „Man muss erst einmal 21 kg Maissilage in einer Kuh unterbringen“, weiß Hager, der zwei Drittel der Mischsilage und ein Drittel Grassilage verfüttert. Neben der guten Grundfutteraufnahme und der Milchleistung spielt auch die Lebensleistung der Tiere für Michael Hager eine wichtige Rolle. Er hat auf seinem Betrieb bereits mehrere Kühe mit über 100.000 l Lebensleistung erlebt – auch das führt er auf die diätetische Wirkung der Rübe zurück. Die Rüben dürfen nicht dreckig sein Auf Endabstand angebaut wird die Rübensorte KYROS, denn sie ist problemlos mit dem Vollernter rodbar. Eine Woche vor dem Silieren werden die Rüben geerntet und trocken gelagert. „Ganz wichtig ist, dass die Rüben nicht nass werden, damit der anhaftende Schmutz eintrocknen und abbröckeln kann.“ Beim Mais wartet Hager am Liebsten etwas länger auf einen hohen TS-Gehalt. „Ich bin bei uns in der Gegend der Letzte, der häckselt.“ Durch die späte Ernte erreicht er den vollen Energieertrag, für ihn optimal, denn durch die Mischsilage wird das Futter trotzdem voll verwertet. „Die Körner werden ganz mürbe in der Silage,“ so Hagers Erfahrung, was normalerweise bei spät gehäckseltem Mais nicht der Fall ist. „Üblicherweise ist das Korn im Mehlkörper ganz hart und es finden sich im Kot der Tiere viele unverdaute halbe Körner, nicht so bei mir.“ „Für mich ist das der wichtigste Tag im Jahr“ Wenn schließlich die Witterung mitspielt, ist auf dem Betrieb von Michael Hager richtig was los. Da er 3 Fahrsilos gleichzeitig befüllt, bringen 4 Fahrzeuge den Mais ein, daneben sind natürlich Mähdrescher und Häcksler im Einsatz. Eine CCM-Mühle und 2 Kipper bereiten das CCM vor, 2 Radlader verteilen es und verdichten die Silage, gleichzeitig werden mit einem kleinen MB-Truck die Rüben eingebracht. Diese werden mit einem „Van Lengerich-Gerät“ zerkleinert und dann als Schicht auf den gehäckselten Mais aufgebracht, danach folgt wieder Mais und so fort. Nach 6 Stunden ist alles erledigt. „Die Silage ist stabiler“ Obwohl Hager durch späten Mais und CCM sehr stärkereiche Komponenten in der Silage hat, verläuft der Gärprozess im Silo durch die kurzkettigen Kohlenhydrahte aus der Rübe problemlos. „Im Sommer ist die Silage sogar deutlich stabiler. Sie wärmt nicht nach und das kommt vom Zucker aus den Rüben“ betont Hager. Siliermittel setzt er gar nicht ein.Michael Hager vertraut stets auf die Sorte KYROS, denn KYROS ist vom TS-Gehalt und vor allem für die Maschinenrodung am Besten geeignet. Auf Grund seiner guten Erfahrungen haben inzwischen einige Kollegen in der Gegend nachgezogen. Michael Hager wird auch weiter auf seine Mischsilage setzen: „Rüben frisst eine Kuh immer. Wenn sie keine Rüben mehr frisst, ist sie schon fast reif für den Schlachter“, lacht er. Das Gespräch führten Martin Munz und Christine Herbrig
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