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Bei einigen Beiträgen werden jedoch zum Beispiel Sorten, Ausprägungen oder Preise genannt, die nicht mehr den heutigen Marktbedingungen entsprechen. Wir bitten Sie, dies besonders dann zu berücksichtigen, wenn Sie die Informationen weiterverwenden möchten.

Körnermais ins Kraftfutter

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Welchen Mais brauchen Betriebe mit grasbetonten Rationen? Eigentlich keinen. Eine Milchkuh hat Bedarf an Energie, Nähr- und Mineralstoffen sowie Vitaminen, aber nicht an ganz bestimmten Futtermitteln. Es gelingt auch ohne Mais, hohe Leistungen zu erfüttern. Es muss nur sichergestellt werden, dass Leistungen von mindestens 15 kg je Kuh aus dem Grundfutter stammen, dass sowohl die Vormägen als auch der Dünndarm der Kühe ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt wird, dass die Rationen wiederkäuergerecht zusammengesetzt sind und dass Futterkosten je kg Milch unter 9 Cent  realisiert werden. 

Warum aber doch Mais oder was zeichnet grasbetonte im Vergleich mit maisbetonten Rationen aus? Grasbetonte Rationen sind instabiler im Futterwert und Konserviererfolg, sind reicher an Protein, Mineralstoffen und insbesondere Struktur, sind oft ärmer an Energie, leichtlöslichen Nährstoffen und insbesondere Durchflussstärke und können je nach Marktpreisen für Proteinfuttermittel und Mineralstoffe teuerer aber auch billiger sein. Priorität in der Milchkuhfütterung hat, dass über eine notwendige Strukturmenge ausreichend Energie und Nährstoffe in das Milchrind gebracht werden, um darauf aufbauend Kraftfutter füttern zu können. Leistungen über 9.000 kg Milch erzwingen deshalb eine Grundfutterqualität von unter 220 g Rohfaser bzw. über 6,6 MJ NEL je kg Trockenmasse.  

Die Erzeugung einer Maissilage mit einem definierten Futterwert ist kaum noch ein Problem. Die Grassilagen zeigen jedoch erhebliche Schwankungen und finden im Mittel bei ca. 24 % Rohfaser in der Trockenmasse einen Grenzbereich. Rein rechnerisch erfordert diese mittlere Grassilagequalität bereits Maissilageanteile von ca. 50 % in der Grundfuttertrockenmasse. Die Grassilagen wurden deshalb  allein in den letzten 3 Jahren um 10 %-Punkte zugunsten der Maissilage aus den sächsischen Grundfutterrrationen verdrängt. Um diesen Trend zu stoppen und gleichzeitig die positiven Effekte der Grassilagen mit den Vorteilen der Maisprodukte zu kombinieren, müssen einerseits die Maissilage bis an die Grenze der Wiederkäuergerechtheit aufgewertet und andererseits die Anteile an Körnermais im Kraftfutter optimiert werden. 

Formuliert man die bisherige Grenze an darmverfügbarer Stärke von ca. 1,5 kg als "Bedarfsempfehlung", dann ergeben sich bei 1,2 kg Maisstärke und 0,3 kg Getreidestärke am Dünndarm und unter Berücksichtigung der Strukturwirksamkeit der Ration annähernd die in Abb. 1 dargestellte Anforderungen an Maissilage bzw. Kraftfutter. Es wird deutlich, dass bei zunehmenden Grassilageanteilen in der Ration der Stärkegehalt der Maissilagen steigen und höhere Mengen Mais auch im Kraftfutter eingemischt werden können. Die notwendige Stärkenanreicherung in den Maissilagen in Grünlandregionen sollte in erster Linie über den Maiszüchter und nicht über eine höhere Schnittführung erbracht werden, um den Flächenbedarf für den Maisanbau zu begrenzen. So paradox es klingen mag: Die Maiszüchtung kann damit zur Existenzsicherung des Grünlandes in der Wiederkäuerfütterung beitragen. 

Dr. Olaf Steinhöfel, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft




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