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Die Texte, die Sie in unserem Archiv finden, wurden in den Vorjahren verfasst, sind also hinsichtlich ihres Erstelldatums nicht mehr brandaktuell. Viele Texte haben aber nichts an Fachaktualität verloren.

Bei einigen Beiträgen werden jedoch zum Beispiel Sorten, Ausprägungen oder Preise genannt, die nicht mehr den heutigen Marktbedingungen entsprechen. Wir bitten Sie, dies besonders dann zu berücksichtigen, wenn Sie die Informationen weiterverwenden möchten.

Qualität über Produktionstechnik steuern

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Eine hohe Grundfutteraufnahme ist die Basis für eine pansenverträgliche Fütterung von Hochleistungstieren. Dabei ist nicht nur auf eine hohe Energiedichte zu achten. Vor allem in der Milchviehfütterung sind Rohfasergehalte von mindestens 16% in der Gesamtration oder Gehalte an Stärke und Zucker von maximal 30% einzuhalten.

Die Gesamtration bestimmt die Anforderungen an die Maissilagequalität. Bei einem Maisanteil im Grundfutter von 60 % und mehr ist eine zu knappe Stärkeversorgung nahezu ausgeschlossen. Im Gegenteil, es besteht die Gefahr der Überversorgung mit der Folge von Pansenacidose. Hier muss auf Strukturwirksamkeit, Rohfasergehalt und Zellwand­ver­daulich­keit des Maises geachtet werden. Liegt der Maisanteil dagegen nur bei 40% oder weniger, liefert die Grassilage Struktur in ausreichendem Maße und es ist die Aufgabe des Maises, Stärke in die Ration zu bringen. Entsprechend unterschiedlich sind die Qualitätsprofile der angebotenen Maissorten, wie sie die SAATEN-UNION mit dem KNV-Konzept verfolgt. Neben der Sortenwahl wird die Qualität der Maissilage sehr stark von Anbautechnik, Silierzeitpunkt und Erntetechnik beeinflusst. Dieser Qualitätssilomais muss anschließend durch optimale Silier- und Fütterungstechnik bis ans Maul der Kuh gebracht werden.

Zur Klärung dieser Fragen führt die SAATEN-UNION produktionstechnische Versuche an ihrer Versuchsstation in Moosburg durch. An jeweils 8 Sorten werden mit 3 Bestandes­dichten, zwei Saatzeiten und zwei Ernteterminen die Auswirkungen auf Ertrag und Qualität geprüft.

Saatzeit – Der frühe Saattermin ist Voraussetzung für Ertrag und Qualität. Ein höherer Kolbenanteil sorgt für mehr Stärke, weniger Rohfaser und damit höhere Energiedichte bei höherem Ertragsniveau. Frühe Saaten lassen höhere Bestandesdichten zu, die sich positiv auf Gesamttrockenmasse-, Stärke- und Energieerträge auswirken (Abb. 1). Als spätsaatverträglich mit geringerem Ertragsabfall erweisen sich im frühen Bereich die Sorten RAVENNA (S 210) und TANGO (ca. S 220), im mittelfrühen MAGISTER (S 250) und im mittelspäten ATFIELDS (S 260).

Erntetermin – Es gibt Sortenunterschiede in der Stärkeeinlagerung. Während RAVENNA die Stärke sehr früh einlagert und bereits bei TS-Werten von 30 % hohe Stärkegehalte liefert, müssen ANJOU219 (S230), ATFIELDS und v.a. ASTOR (ca. S 250) Trockensubstanzgehalte von 35 – 36 % erreichen. Allgemein führt ein späterer Erntetermin zu höheren TS-Werten in der Silage. Der Stärkegehalt steigt, gleichzeitig gehen Zucker- und Rohfasergehalt zurück (Abb. 2). Die Energiedichte (MJ NEL/kg TS) und Gesamtverdaulichkeit bleibt nahezu unverändert, die Restpflanzenverdaulichkeit nimmt mit zunehmender Reife ab.

Bestandesdichte – Eine Reduzierung der Bestandesdichte führt zu höheren Energiedichten. Interessanterweise kommt diese nicht durch einen steigenden Kolbenanteil und damit höheren Stärkegehalt, sondern durch einen deutlichen Anstieg des Zuckeranteils in der Restpflanze und der Verringerung des Rohfasergehaltes (Tab. 1). Im Prüfungszeitraum 2001 – 03 waren unter den gegebenen Voraussetzungen alle Sorten bei einer Bestandesdichte von 9 Pfl./m2 im Bereich ihres Optimums. Sorten wie RAVENNA und ASTOR tendieren zu höheren Bestandesdichten, während PROFISTAR und MAGISTER auch mit geringerer Pflanzenzahl zurecht kommen. Die Bestandesdichte ist von den Standortgegebenheiten und der Saatzeit abhängig. Vor allem bei frühen Saatterminen werden mit höhere Aussaatstärken die besseren Erträge realisiert (Abb. 1).

Maisbetonte Milchviehfütterung mit hohem Maisanteil (>50%) im Grundfutter –
Bei dieser Futterzusammenstellung gelangen wir schnell an die obere Grenze des sinnvollen Stärkeangebotes. Das Problem dieser Rationen ist häufig ein zu geringer Strukturanteil und zu wenig Rohfaser. Wir müssen daher die Häcksellänge auf 15 mm vergrößern und dafür sorgen, dass mit einem gut eingestellten Corncracker die Körner trotzdem gut angeschlagen sind. Um ausreichend Zucker für den Silierprozess zur Verfügung zu haben und die lang gehäckselte Silage ausreichend verdichten zu können, darf der Mais bei der Ernte nicht über
30 – 32 % Trockensubstanz liegen. Der daraus resultierende geringere Stärkegehalt wird durch die höhere Restpflanzenverdaulichkeit kompensiert. Die Energiedichte leidet nicht unter dem früheren Erntetermin, vielmehr überwiegen die Vorteile der besseren Struktur. Zu empfehlen sind hier vorrangig Sorten mit hoher Restpflanzen- und Zellwandverdaulichkeit wie APOSTROF im frühen, ASTOR im mittelfrühen und ATFIELDS im mittelspäten Segment. Die Sorten können mit höherer Bestandesdichte angebaut werden und, da keine hohen Stärkegehalte gefordert sind, sind höchste Trockenmasseerträge je ha zu erreichen.

Grasbetonte Milchviehfütterung mit geringem Maisanteil (<30%) im Grundfutter
Bei dieser Futterzusammenstellung ist die Stärke im Minimum. Durch hohe Raufutteranteile sind Struktur und Rohfasergehalt der Gesamtration kein Problem. Die Maissilage hat somit die Aufgabe, Stärke in die Ration zu bringen. Das bedeutet, wir müssen den Stärkegehalt durch einen späteren Erntetermin und Trockensubstanzgehalte von 36 – 38% steigern. Um dieses Material jedoch ausreichend verdichten zu können, sind Häcksellängen von max. 5 – 6 mm notwendig. Die geringen Strukturanteile werden durch den hohen Raufutteranteil ausgeglichen. Die Saatstärken sollten im unteren Bereich gehalten werden und weitere Steigerungen des Stärkegehaltes sind über die Erntetechnik (Hochschnitt bzw. Pflückhäckselsilagen)  zu erreichen. Unter Verwendung dieser Erntemethoden können auch hier rahmigere Sorten mit hohen Stärkeerträgen (ATFIELDS) eingesetzt werden. Ansonsten stehen kompaktere, stärkebetonte Maissorten wie RAVENNA (S 210), GOLDOSSE (S230) oder MAGISTER (S250) im Vordergrund. In der Regel gehen hohe Stärkegehalte auf Kosten der Gesamttrockenmasse.

Fütterung der Maissilage in der Rindermast
 – In der Mast muss das Ziel einer möglichst hohen Energieaufnahme übers Grundfutter erreicht werden. Nach Praxiserfahrungen ist dies mit höheren Stärkegehalten und Trockensubstanzwerten zu erreichen. Somit sind die Anforderungen an die Silage für die Rindermast vergleichbar mit den Silagen der grasbetonten Milchviehfütterung. Sortenwahl und Anbauverfahren sind somit entsprechend.

Franz Unterforsthuber, Saaten-UNION Fachberatung Bayern




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