Wie die Saat so die Ernte |
13.03.2008 | Versenden | Druckversion | |
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Die Aussaat bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Erntejahr. Wie entwickelt sich die Maispflanze? Wie bilden sich die Kolben aus? Wie steht es um den Ernteertrag? Der folgende Beitrag bringt die Aussaat auf den Punkt. Aussaattermin: zw. Mitte April und Anfang Mai, Bodentemperatur 8-10°C Wer zu früh sät (unter 8°C), akzeptiert das Risiko einer verzögerten Keimung und damit verbunden Ausfälle durch pilzliche und bakterielle Schaderreger.
Wer zu spät sät, bekommt einen langen Mais. Doch „je höher, desto besser“ trifft hier nicht zu. Der Mais wird zwar länger, bringt aber am Ende weniger Ertrag. Zudem leiden Futterqualität und Standfestigkeit. Ergebnisse aus 2007 (Abb.1) belegen diesen Zusammenhang. Blüte und Kolbenfüllung treten bei später gesätem Mais deutlich verzögert ein. Verschiebt sich die Blüte bis in die Zeit der häufigsten Phasen mit Trockenstress Mitte August, können im Falle eines Falles Kolbenanteile und Ertrag leiden. Natürlich orientieren Sie Ihren Saattermin flexibel an Bodenzustand und Witterung. In Spätfrostgebieten reagieren Sie daher auch mit einer entsprechend späteren Saat und der Wahl besonders robuster Sorten. Aber es bleibt festzustellen: Mit der frühest möglichen Aussaat fahren Sie am besten.
Ablagetiefe: 4 bis 6 cm Auf leichten, lockeren und trockenen Böden legen Sie das Saatgut 6 cm tief ab, auf mittleren Böden 5 cm. Auf schweren, bindigen und feuchten Böden bleiben Sie bei 4 cm Tiefe. Ist das Saatgut mit Mesurol gegen Vogelfraß geschützt und ist ausreichend Feuchtigkeit vorhanden, ist eine etwas flachere Saat vorteilhafter.
Bestandesdichte: 7 – 11 Pflanzen/m² Ackerzahlen geben nur einen groben Hinweis auf die zu erwartende Wasserversorgung. Der Betriebsleiter selbst kann am besten die Standortverhältnisse objektiv einschätzen. Die Spanne der empfohlenen Bestandesdichten reicht allgemein von 7 – 11 Pflanzen/m².
Hohe Bestandesdichten bringen bei ausreichend Wasser die höheren Erträge. Wer voll auf Masse setzt, sollte auf Standorten, die es hergeben, diese Karte spielen. Doch aufgepasst: Der Anteil der Restpflanze und das Lagerrisiko steigen an, der Futterwert lässt nach und die Abreife kommt später. Abb.2 zeigt, wie höhere Bestandesdichten die Verdaulichkeit nach unten ziehen können. Sie zeigt auch, dass niedrigere Bestandesdichten eine mäßig verdauliche Sorte durchaus konkurrenzfähig machen können. Auch auf den Aussaattermin sollten Sie in der Saatstärke reagieren, denn mit 0,5 – 1 Pflanze/m² weniger fangen Sie zumindest teilweise die Nachteile einer späteren Saat (ab zweiter Maidekade) auf.
Fachlich ideal wären für Teilflächen spezifische Saatstärke und Ablagetiefe. Doch auch die schlagspezifische Abstimmung birgt bereits Vorteile. Der kundenorientierte Lohnunternehmer lässt diesen Zusatznutzen nicht links liegen, sondern informiert sich beim Landwirt genau über die Eigenheiten der Ackerschläge.
Die Versuchsstation Moosburg zeigt mit ihren Ergebnissen aus 2007 in Abb.3 beispielhaft den Zusammenhang zwischen Bestandesdichte, Qualität und Ertrag auf. Säen Sie dichter aus, ernten Sie zwar mehr Ertrag bei genügend Wasserverfügbarkeit, aber schlechtere Futterqualität. Was wollen Sie, bzw. was will Ihr Kunde erreichen? Es liegt in Ihrer Hand.
Unterfußdüngung: ~30 kg/ha Phosphor und ~30 kg/ha Stickstoff Die Unterfußdüngung bei Mais fördert die Jugendentwicklung durch schnelleres Wurzelwachstum, erhöht die Widerstandskraft gegen Spätfröste und sichert die Erträge. Ausschließlich aus dem Bereich der Saatreihe deckt die junge Maispflanze ihren Nährstoffbedarf. Neben der gleichmäßigen Verteilung ist v.a. die exakte Ablage wichtig. Das UFD-Band soll 5 cm unterhalb und 5 cm seitlich der Saat liegen . Zu nahe Ablage erhöht das Risiko von Verätzungen, ein zu weiter Abstand vom Saatgut verfehlt die Wirkung. Kontrollieren Sie die richtige Position des Düngebandes, da sich durch verstellte Düngeschare folgenschwere Abweichungen ergeben können. Einer der häufigsten Verursacher von Reklamationen ist das falsch eingestellte UFD-Schar. Phosphor und Stickstoff sind im kühlen bzw. nassen Frühjahr schlecht verfügbar, selbst wenn der Vorrat im Boden hoch ist. Bei nasskalten Bedingungen und kompakten, verdichteten Bodenstellen leidet der Mais deshalb im Frühjahr oft unter P-Mangel – er verfärbt sich blaurot. Daher empfiehlt sich eine Unterfußdüngung mit Phosphat von 20-40 kg/ha (mind. 90% in wasserlöslicher Form) in Abhängigkeit von den Auflaufbedingungen. Mit einer schnell verfügbaren Stickstoff-Gabe von ca. 20-40 kg/ha über den Unterfußdünger stillen Sie den ersten Hunger Ihrer jungen Maispflanzen. Fazit: Aussaatstärke und Ablagetiefe sollten Sie schlagspezifisch und standortgerecht anpassen. Niedrigere Pflanzenzahlen sind sicherer und liefern bessere Futterqualität; höhere Pflanzenzahlen reizen den Ertrag aus. Je kühler und schlechter die Auflaufbedingungen für die Maispflanzen sind, umso mehr gönnen Sie den jungen Maispflanzen an Phosphor und Stickstoff als Starter. Der Mais wird es Ihnen mit höheren Erträgen danken!
Janna Sayer, Dr. Andreas Groß
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