Triticale - Alternative auf Sandstandorten |
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Kontinuierliche und intensive züchterische Arbeit bei Triticale hat zu einer erheblichen Erweiterung der genetischen Variabilität des Zuchtmaterials und zu einer weiteren Verbesserung der Sorteneigenschaften geführt. Besonders deutlich wird der erreichte Zuchtfortschritt in der Erhöhung der Ertragsleistung und -stabilität, in der Sicherung und in der Verbesserung der agronomischen und der Verwertungseigenschaften - wichtige Aspekte auf leichten Standorten wie in Brandenburg. Die bis vor wenigen Jahren guten Resistenzeigenschaften gegenüber Blattkrankheiten haben bei einer Vielzahl von Sorten in den letzten Jahren überraschend deutlich nachgelassen. Ergebnisse aus den Landessortenversuchen der letzten 3 Jahre im Land Brandenburg erbrachten durch Fungizidbehandlungen Kornmehrerträge im 11,3 dt/ha (Abb. 1). Deutlich erkennbar ist der zunehmende Effekt einer Krankheitsbekämpfung. Mit 13,2 dt/ha im Jahre 2002 wurde bei einer Streubreite von 7,3 - 27,1 dt/ha der bisher größte Ertragseffekt erzielt. Bedeutendste Blattkrankheit war der Braunrost. Im Vorjahr traten regional neben Septoria vor allem Gelbrost aber auch Getreidemehltau und Rhynchosporium auf. Geringe Sortenunterschiede bei Auswuchs Nachdem der vergangenen Winter rücken Sortenunterschiede in der Kälteempfindlichkeit bzw. der Winterfestigkeit wieder stärker ins Blickfeld der Landwirte. Aus dem aktuellen LSV-Sortiment Brandenburgs bestätigten dabei Modus, Lamberto und Kitaro ihre gute Winterfestigkeit. Von den neueren Sorten zeigten Vitalis, SW Talento und Magnat sowie die Neuzulassungen Triticon und Triamant ebenfalls gute Ergebnisse. Erfahrungen aus Brandenburg Intensität hinterfragen Die Effekte bezogen auf die einzelnen Jahre und Sorten in Tab. 1 weisen eine erwartungsgemäß deutliche Differenzierung auf. Die Sorte Modus erwies sich als eine für den Standort stabile Sorte, die auch deutlich auf eine Intensitätssteigerung reagierte. Auf ähnlichem Reaktionsniveau lag die Sorte Kitaro allerdings mit weniger ausgeprägten Effekten durch Wachsstumsreglereinsatz. Die Sorte Lamberto als Bestandestyp mit etwas geringerer Standfestigkeit reagierte dagegen auf die Halmstabilisierung deutlich.Auf Grund des in den Versuchsjahren 2001 und 2002 aufgetretenen Blatt- und Ährenkrankheitenbefalls erwiesen sich die Ertragserhöhungen im Bereich von 6 bis 9 dt/ha als wirtschaftlich. Die Untersuchungen zu Kornqualität und Inhaltsstoffen unterstreichen den positiven Einfluss des Fungizides unter diesen Bedingungen. Die zunehmende Bedeutung einer Blattkrankheitsbekämpfung bei Wintertriticale unterstreichen mehrjährige Untersuchungen in Güterfelde. In den Jahren bis 1999/2000 wurden bei Fungizidbehandlungen Kornertragseffekte von null bis maximal 5 - 6 dt/ha erzielt. Diese Wirkungen waren unabhängig von den eingesetzten Präparaten, d.h. der Fungizideinsatz war in der Regel nicht wirtschaftlich. Außer den Ertragssteigerungen waren auch deutlich erhöhte Tausendkornmassen zu verzeichnen, die in einer Spanne von 15 - 27 % über der unbehandelten Kontrolle ermittelt wurden. Unter Praxisbedingungen sollten nach unseren Erfahrungen die preiswerteren Fungizide Vorrang haben, da der finanzielle Aufwand für Fungizide beim Triticaleanbau zunächst noch so gering wie möglich gehalten werden sollte. Auch eine 30 %ige Reduzierung der Mittelaufwandmenge dürfte in Erwägung zu ziehen sein. Die Beobachtungen der nächsten Jahre werden dann weiteren Aufschluss über die effektivste Fungizidstrategie geben können. L. Adam, E. Fahlenberg und G. Barthelmes Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Land Brandenburg, Ref. Acker und Pflanzenbau Güterfelde
Weitere Erfahrungen aus Brandenburg lesen Sie im pdf-Dokument im Anhang.
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