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Neue Zuchtziele bei Triticale

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Die enorme und sehr schnelle Anbauausweitung von Triticale hat Konsequenzen: Im positiven gesehen bedeutet sie eine Intensivierung der Selektionsarbeiten in den Züchterhäusern. Dies wird zu einer zunehmenden Zahl an Sorten mit einer größeren Merkmalsdifferenzierung führen. Weitere Eigenschaften werden für den Anbau und die Sortenunterscheidung eine Rolle spielen, u.U. auch Qualitätsmerkmale wie die z.B. die Fallzahl.

Auf der anderen Seite hat die Anbauausweitung der auch kritische Folgen. Galt Triticale bislang als das blattgesunde Getreide schlechthin, entsprechende Fungizidmaßnahmen waren in der regel überflüssig, so scheinen sich die pilzlichen Erregerpopulationen mittlerweile auf Triticale eingestellt zu haben. Mit der Überwindung der "Fruchtartbarriere" für Pilzkrankheiten in Triticale, so könnte man aus den praktischen Erfahrungen der letzten zwei bis drei Jahre folgern, ist Triticale nicht mehr als grundsätzlich blattgesunde Fruchtart darstellbar. Mittlerweile werden in den Zuchtgärten durchgehend bereits fast alle Blatt- und Ährenkrankheiten mit deutlicher Differenzierung wie bei Weizen bonitiert! Wenigstens vom Gelbrost haben wir dabei die wissenschaftliche Bestätigung, dass es sich bei den auf Triticale gefundenen Pilzrassen um dieselben Rassen wie bei Weizen handelt. Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass wir über kurz oder lang ein ähnliches Krankheitsauftreten wie bei Weizen haben werden. Auffallend für den Züchter ist aber, dass wir eine noch größere Dynamik als bei Winterweizen feststellen. Dies könnte darauf zurückgeführt werden, dass in der Triticalegenetik der Hintergrund an quantitativen Resistenzmechanismen fehlt. Damit dürfte die Resistenzzüchtung nach wie vor der bedeutendste Schwerpunkt für den Züchter zukünftig sein. 

Die Konsequenz für den Triticaleanbauer kann aber damit nur lauten, seine Bestände regelmäßig zu kontrollieren und krankheitsspezifisch eine Fungizidbehandlung konkreter ins Auge zu fassen als dies üblicherweise in den letzten Jahren geschehen ist. Dies gilt v.a. für Regionen, in denen der Triticaleanbau schon immer eine größere Bedeutung hatte.




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