Pflanzenzüchtung und Pflanzenproduktion unter veränderten Klimabedingungen |
29.11.2007 | Versenden | Druckversion | |
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Die Erntemengen stagnieren, weltweit übersteigt bei den stärke und ölhaltigen Agrarrohstoffen die Nachfrage seit Jahren das Angebot. Nun werden in Osteuropa und Asien auch noch Milliardensummen in die Veredelung investiert. Noch gewaltiger sind die Kapazitätsausweitungen bei Biotreibstoffe, bis 2015 soll sich der Ausstoß auf 90 Mio t verdoppeln! Bis 2025 stehen nach UN-Schätzungen nur noch 0,17 ha Ackerfläche je Mensch zur Verfügung, 30 % weniger als heute 1700 m² - für Nahrung, Futter und Energie? Machbar ist das[1], jedoch nur bei steigenden Erträgen. Mittel- und Nordeuropa gehört zu den Gewinnern des Klimawandels, die Region kann ihre Stellung als Exporteur hochwertiger Agrarrohstoffe weiter ausbauen! Voraussetzung ist eine nun wieder intensivere Pflanzenproduktion mit angepassten Sorten und Produktionsverfahren. Ob aus „gesundem, handelsüblichem“ Getreide am Ende Puddingpulver, Biosprit oder ein Biopolymer wird, aus Raps Biodiesel oder Speiseöl, entscheiden die Märkte. Anspruchsvolle Märkte brauchen auch zukünftig Braugerste mit guter Lösung, Weizen mit hohem Glutenindex oder maßgeschneiderten Fettsäuren aus Raps. Auch die Prozessqualität „Öko“ gewinnt in den entwickelten, „satten“ Märkten rasant an Bedeutung. Für die schnell wachsenden Futtermittel- und Energiemärkte jedoch sind die Agrarrohstoffe weitgehend austauschbar,hier geht es um die preiswertesten Kohlenwasserstoffe, Kohlenhydrate oder Proteine. Wenn die deutsche Landwirtschaft in Wettbewerb insbesondere mit Brasilien und Osteuropa an den weltweit wachsenden Märkten partizipieren will, muss sie das „Biologische System Pflanze“ effizienter nutzen, mehr CO2 als Kohlenhydrat oder Kohlenwasserstoff assimilieren. Genau diese Aufgabe wird jedoch immer schwieriger: Es wird wärmer, die Sommer trockener, die Winter feuchter und einiges spricht momentan wie schon in früheren Phasen der Erdgeschichte eher auf einen sprunghaften als auf einen allmählichen Klimawandel.
[1] Reichlich Nahrung für einen Menschen lässt sich schon auf 200 - 500 m² produzieren, auf der restlichen Fläche das Energieäquivalent von 500 - 1000 l Erdöl - je nach Standortproduktivität.
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