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Die Texte, die Sie in unserem Archiv finden, wurden in den Vorjahren verfasst, sind also hinsichtlich ihres Erstelldatums nicht mehr brandaktuell. Viele Texte haben aber nichts an Fachaktualität verloren.

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Schwachen Winterraps umbrechen?

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Vielerorts litt der neu gesäte Winterraps unter ausgeprägter Trockenheit und ist insbesondere auf schweren Teilflächen nur schlecht bzw. stark verspätet aufgelaufen. Andere Regionen Deutschlands litten hingegen unter ständiger Nässe. Anders als im Herbst 2001 folgte 2002 jedoch kein goldener, sondern ein eher nasskalter Oktober. Bei schwachen Beständen stellt sich daher die Frage nach der Bestandesführung bzw. der Notwendigkeit einer Neuansaat.

Viele Rapsbestände gingen in diesem Herbst nur unzureichend entwickelt in den Winter - manchmal mit nur 2-4 Laubblättern. Das Überleben dieser schwachen Pflanzen ist ungewiss. Ausgangs Winter stellt sich daher die Frage nach der Leistungsfähigkeit solcher Bestände. Erfahrungen aus den Jahren 1994 bis 1996 haben gezeigt, dass auch mit schwachen Beständen noch Erträge von 30 - 35 dt/ha erreicht werden konnten. Passen Sie daher ihre Bestandesführung (insbesondere die Düngung) an eine realistische Ertragseinschätzung des Bestandes an.

Erstaunliches Regenerationsvermögen
Schwierig wird die Situation bei ausgedünnten Beständen. Eine eventuelle Umbruchentscheidung hängt von der Anzahl, dem Zustand und natürlich der Verteilung der Pflanzen ab und sollte nicht vorzeitig gefällt werden, denn der Raps besitzt ein erstaunliches Regenerationsvermögen. Als Untergrenze könnte angesetzt werden: Mindestens 5 kräftige / 10 normale / 15 schwache Pflanzen/m² sollten vorhanden sein. Erfahrungsgemäß unterschreiten meist nur die schlechtesten Teilschläge diese Zahlen, so dass sich die Frage nach einem Teilflächenumbruch stellt. Dabei sollten immer ganze Fahrgassenbreiten neu angesät werden, um die erforderlichen Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen zu können. 

Nachssaaten oder Durchsaaten?
Ein "Ausflicken" der Winterraps-Fehlstellen mit Sommerraps bietet gegenüber dem Teilumbruch mit z.B. Sommergetreideeinsaat vor allem den Vorteil, dass es bei bereits erfolgten Herbizidmaßnahmen im Herbst keine Nachbauprobleme im Sommerraps gibt. Ebenfalls vorteilhaft ist die Beibehaltung der Vorfrucht Raps in den meist ohnehin getreidelastigen Fruchtfolgen. Außerdem ist sicherlich auch das Ausfüllen des Grundantrags wesentlich einfacher. Durchsaaten von Sommerraps in dünne Winterrapsbestände sind nicht ratsam. 

Nicht nur als Lückenbüßer im Winterraps, sondern auch als interessante Frühjahrskultur kann sich Sommerraps sehen lassen. Denn weltweit sorgt die große Nachfrage nach pflanzlichen Ölen seit Monaten für feste Ölsaatenpreise. Sommerraps stellt ähnliche Boden- und Klimaansprüche wie Winterraps. Zwar liegt das Ertragsniveau ca. 5 – 8 dt/ha unter Winterraps, dafür sind aber sowohl Nährstoffbedarf als auch Pflanzenschutzaufwand zum Teil deutlich geringer. So lässt sich auch mit Sommerraps sehr wohl ein ansprechender Deckungsbeitrag erwirtschaften.

Auch Sommerraps benötigt ein trockenes, mittelfeines Saatbett. Die Aussaat sollte möglichst früh entsprechend der Aussaatzeit von Hafer erfolgen, denn unter zunehmenden Langtagbedingungen durchlaufen die Pflanzen ihre Jugendphase zu rasch und beginnen ohne ausreichende vegetative Entwicklung mit der Blüte. Weitere Anbautipps sowie RAPOOL-Sortenempfehlungen zur Aussaat 2003 finden Sie in einer Beilage in dieser praxisnah.

Rainer Kahl, Raps GbR




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